12.10.2006:
DGB NRW fordert Erhalt des Faches Politik an Gymnasien Schneider: Politische Grundbildung gefährdet
Der DGB Bezirksvorsitzende Guntram Schneider hat heute die Landesregierung aufgefordert, Kürzungen des Faches Politik in der Sekundarstufe I des Gymnasiums zurück zu nehmen. „Gerade angesichts rechtextremistischer Tendenzen brauchen wir nicht weniger, sondern mehr politische Bildung", so der Gewerkschafter. Dies gelte auch für die nordrhein-westfälischen Gymnasien. Schließlich seien die Schülerinnen und Schüler dieser Schulform nicht automatisch resistent gegen antidemokratische Bestrebungen. Die beabsichtigte Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung sieht vor, dass die bisher geltende Mindeststundenzahl für das Schulfach abgeschafft wird. Damit können Schulleitungen an Gymnasien das Fach nach ihrem Belieben auf eine einzige Stunde in einem einzigen Schuljahr zusammenstreichen. Gegenüber dem Status quo bedeutet dies eine potentielle Kürzung des Faches Politik um bis zu 83 %. Der DGB Bezirksvorsitzende forderte die Landesregierung nachdrücklich auf, die bisherige Regelung von mindestens sechs Stunden Politik in den Klassen 5 bis 9 sowie die Pflicht, alle drei gesellschaftswissenschaftlichen Fächer in der Klasse 9 anzubieten, beizubehalten.
Gemessen am Stellenwert der Naturwissenschaften in der Stundentafel wird die Diskrepanz zum Fach Politik deutlich. Hier werden die Mindeststundenzahlen von je sechs Stunden für Chemie, Biologie und Physik verbindlich festgeschrieben. Der Verordnungsentwurf schreibt den Schulen sogar vor, wann sie mit dem Chemieunterricht zu beginnen haben. „Gegen eine Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung haben wir nichts. Gerade angesichts des fehlenden Nachwuchses bei Ingenieuren, Technikern und Naturwissenschaftlern bedarf es einer Förderung von Kindern und Jugendlichen in diesem Bereich. Dies darf aber nicht einseitig zu Lasten des Faches Politik gehen. Wir dürfen in der Schule die Wissensvermittlung nicht auf Bereiche beschränken, die den Bildungsanspruch der Jugendlichen auf eine spätere Arbeitsmarktverwertbarkeit reduzieren“.




